Indianer

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03.07.2004

 

 

Eine weise, alte Eule lebte in einer Eiche.

Je mehr sie sah um so weniger hat sie gesprochen.

Je weniger sie gesprochen hat, um so mehr hat sie gesehen.

Wieso können wir nicht alle so sein, wie der alte, weise Vogel…??

 

Inhalt:

"Wir sind Hobby-Indianer...

Die Eulenfrauen

Ein Geschenk von Noboddy

Rituale der Indianer

Mandan:

Die Geschichte der Mandan

Schöpfungsgeschichte der Mandan

Numak-mahana,one

 

Okipa, das Kultfest der Mandan

 

Links

 

 

  Wir sind "Hobby-Indianer" !!

1974 haben wir damit angefangen und sind eigentlich bis heute dabei...wenn auch manchmal nur in Gedanken. Wie schon erwähnt beschäftigen wir uns mit den MANDAN. Mit den Jahren haben wir viele Perlen- und Lederarbeiten gefertigt und haben immer wieder unsere Freude daran. All die Jahre haben wir am Council teilgenommen. Das ist immer an Pfingsten und es treffen sich viele Clubs aus ganz Europa. Indianer, Trapper, Cowboys.....

 

                                                        

Bei unseren Hobby-Freunden bin ich eigentlich nur als BAMMI bekannt. BAMMI deshalb, weil ich aus Bammental stamme...!

      

Ich selbst bin seit 1983 bei den EULENFRAUEN. Das ist eine Frauensociety in der Frauen aus allen Teilen Deutschlands und der Schweiz vertreten sind. Frauen, die sich irgendwie im Hobby verdient gemacht haben oder sonst im Hobby ganz bei der Sache sind. Es ist eine Ehre dem Eulenbund anzugehören.

Unsere Society feierte 2002 ihr 30-jähriges Bestehen !!

                                          

Die Eulenfrauen.........

 

 

 

 

 Die zwei nachfolgenden Bilder sind ein Geschenk von:

 

 

       

 

 gesehen bei http://www.pow-wow.ch/ Rituale der Indianer

"Smudging“ Die Räucher-Zeremonie von KiiskeeNtum (She who remembers)

 

Das Verbrennen von verschiedenen Medizin-Pflanzen um sich mit Rauch zu reinigen wird von einem Gross-teil der Ureinwohner Amerikas praktiziert. Es ist eine rituelle Reinigung.

Während der Rauch aufsteigt, steigen unsere Gebete zur Geistwelt, wo die Grossväter und unser Schöpfer weilen. Negative Energie, Gefühle und aufgewühlte Emotionen werden dadurch hinweg gehoben. Es wird auch verwendet, um den Geist, Körper und die Gedankenwelt zu heilen, wie auch um Energien auszubalancieren.

Unsere Ältesten lehren uns, dass alle Zeremonien mit guter Absicht begangen werden müssen. So viele von uns nutzen die Räucherung als symbolische oder rituelle Reinigung. Der Duft der brennenden Medizin stimuliert in unserem Gehirn die Produktion von Beta-Endorphinen, die ein Teil des normalen Heilungs-prozess unseres Körpers sind.

Die Räucherung kann dazu verwendet werden, den Teil der Mutter Erde zu reinigen und zu weihen, den wir verwenden um nach dem Spirituellen zu suchen. Zum Beispiel: in der Umgebung wo wir beten, der Schwitzhütte oder an dem Platz für das Pow Wow.

Es kann auch dazu verwendet werden, um spezielle Objekte oder Totems zu weihen, wie Schmuck, Rasseln, Zeremonielle Kleidung und Gegenstände.

Es ist ein Brauch, wischend zu reinigen (wische oder wedle den Rauch) über Deine Augen, Ohren, Mund, Hände, Herz und Körper. Manche Menschen wollen es auch über ihren Rücken fächern, um ihre „Probleme zu erleichtern“. Es ist gebräuchlich, Zünd-hölzer zu verwenden, um die Medizin anzuzünden, wenn verfügbar.

Ausserdem wird vor jedem Smudging das Metall  entfernt, Ringe, Uhren, Brillen usw. Metall wurde von Menschen gemacht und scheint negative Energie zu halten. Manche Leute reinigen daher diese Objekte sehr regelmässig.

SALBEI: Es wird als Medizin der Frauen betrachtet und offeriert Kraft, Weisheit und Klarheit der Absicht, des Zwecks. Es wird verwendet, um die lebens-schenkende Kraft der Frauen zu symbolisieren. Sage (engl., ausgesprochen Seitsch) oder Salbei ist oft gebündelt und wird zuhause aufgehängt. Es kann mit einem Band in einer der Farben des Medizinkreises, also rot, gelb, schwarz weiss oder grün, gebunden werden.

ZEDER: Es wird verwendet für Erneuerung, um positive Energie und Gefühle anzuziehen, und für Ausgeglichenheit. Zeder Tee war immer eine Heil-medizin. Sein hoher Vitamin C Gehalt war notwendig um Skorbut zu vermeiden, zu einer Zeit als Früchte und Gemüse während langer Wintermonate nicht verfügbar waren. Es war eines der ersten Geschenke der natürlichen Heilung, die mit den europäischen Völkern nach ihrer Ankunft auf „Turtle Island“ (Nord Amerika) geteilt wurden.

SÜSSGRAS: Wird von fast allen Stämmen Nord Amerikas verwendet. Es ist eine rituelle Reinigung. Der Rauch steigt auf, wie unsere Gebete aufsteigen zu unserem Schöpfer, den Grossvätern und der Geistwelt. Sweetgrass war eine der vier ursprünglichen Medizinpflanzen die vom Schöpfer den ersten Völkern (first peoples - Ausdruck für indianische Stämme) gegeben wurden. Die anderen sind Tabak, Zeder und Salbei.

Wir reinigen unsere Augen, so dass sie die Wahrheit um uns herum sehen; die Schönheit unserer Mutter, der Erde; den Geschenken, die uns vom Schöpfer gegeben wurden; die Liebe, die mit uns geteilt wird durch unsere Familien, Freunde und die Gemeinschaft.

Wir reinigen unseren Mund, damit wir alle wahr sprechen; so gesagt, dass es das Positive stärkt; nur gute Dinge; immer voller Worte des Dankes für unseren Schöpfer.

Wir reinigen unsere Ohren,  so dass sie die spirituellen Wahrheiten hören, wir hören die Wahrheit, wie sie mit uns durch den Schöpfer, die Grossväter, die vier Richtungen geteilt werden und damit sie offen sind für Hilfsansuchen anderer, damit sie nur die guten Dinge hören, und den schlechten erlauben, „abzuprallen“.

Wir reinigen unsere Herzen, damit sie die Wahrheit fühlen; in Harmonie mit uns wachsen und in Balance sind; gut und rein sind; offen sind für Leidenschaft, Sanftheit und Fürsorge für andere. Wir reinigen unsere Füsse, damit sie den wahren Pfad gehen wollen; uns näher zu unseren Lieben tragen; uns helfen, unseren Feinden zu entkommen und uns näher zum Schöpfer führen.

Die Grossmutter der Autorin pflegte zu sagen, dass die einfachste Erklärung vom Süssgras ist, dass es alle negativen Kräfte und Gefühle wegjagt und einen guten, offenen Raum hinterlässt, wo das Glück eintreten kann. Süssgras wird oft als Haar der Mutter Erde betrachtet.

BEACHTE: Eine Frau, die gerade ihre Mondzeit (Periode) hat, darf kein Süssgras oder andere Heilpflanzen pflücken, verwenden oder berühren.

Die einzige Ausnahme ist Salbei.

 

 

Die Mandan

Die Geschichte der Mandan

Die Überlieferung der Mandan berichtet, daß der Stamm  "von dem Ort, wo der Fluß in das große Wasser fließt", immer weiter den Missouri hinauf gewandert ist. Ihre Geschichten sprechen vom Land im Süden, wo das Grün der Bäume nie verblaßte und die Vögel immer sangen. Daher gibt es kaum einen Zweifel daran, daß die Mandan ursprünglich in der warmen Golfregion in der Nähe der Mündung des Mississippi zu Hause waren. Tatsächlich ist inzwischen bekannt, daß mehrere Stämme, die zur selben Sprachfamilie wie die Mandan, Hidatsa und Apsaroke (Crow) gehörten, früher in der Golfregion lebten. Abkömmlinge einiger Stämme leben heute noch dort.              

Das erste aufgrund ihrer Überlieferung bekannte Dorf lag am Missouri gleich unterhalb des Cannonball River in North Dakota. Dort verloren die Mandan, so erzählt ihr Ursprungsmythos, eine ihrer heiligen Schildkröten-Trommeln. Der Name des Dorfes ist heute "Schildkröte kehrt heim ins Wasser".

Die Mandan wanderten den Missouri am Westufer hinauf und gründeten um 1783 vier Meilen unterhalb des Knife River zwei Dörfer. Hier wurden sie von der Expedition von Lewis und Clark besucht, die in der Nähe überwinterte.

 Kanadische Händler und französische Dolmetscher hatten sich bereits in diesen Dörfern eingerichtet. Der Dolmetscher der Expedition, Toussaint Charbonneau (Ehemann der berühmten Sacajawea, oder auch Bird Woman, die shoshonische Gefangene), hatte seit 1796 bei den Hidatsa gelebt. 1832 begann der Dampfschiffahrtsverkehr zwischen St. Louis und dem oberen Missouri. Daher wurden die Mandan-Dörfer rasch für Reisende und Händler zugänglich.

1837 wurde der Stamm von einer schrecklichen Pockenepidemie heimgesucht. Von der Gesamtbevölkerung von 1600 Personen kamen nur 53 junge Männer, alle um die 14 Jahre, davon. In den beiden Mandan-Städten gab es etwa 150 Überlebende. Die verlassenen Häuser wurden von den Arikara geplündert, die gerade vom Süden heraufgekommen waren und nun beschlossen dazubleiben. Mit ihnen zusammen bauten die überlebenden Mandan ihre Häuser.

Am 30. Juli 1825 schlossen die Mandan, Hidatsa und Apsaroke mit den Vereinigten Staaten bei einem Treffen am Knife River einen Freundschaftsvertrag. 1851 unterschrieben sie den Vertrag von Fort Laramie, der die Grenzen der Territorien festlegte, die von verschiedenen Stämmen des Nordwestens bewohnt wurden. 1870 wurde ein Reservat eingerichtet, zu dem auch das Dorf bei Fort Berthold gehörte. Es wurde jedoch 1886 verkleinert. Die 250 Nachkommen der vielen Tausenden, die einst am Heart River im Überfluß lebten, bewohnen heute mit den Hidatsas und den Arikara ein Reservat von fast 1400 Quadratmeilen, das überwiegend auf der Nordseite des Missouri River im Westen North Dakotas gelegen ist. Von diesen Menschen kann nur ein kleiner Teil den Anspruch auf Reinblütigkeit erheben.

Als Lewis und Clark, Catlin und Maximilian von Wied-Neuwied, die Mandan erforschten, trafen sie auf tatkräftige Menschen, die in Hütten lebten, die nicht zur geräumig waren, sondern auch über einen Komfort vergüten, der den umherziehenden Stämmen unbekannt war.

Im innern einer Erdhütte...gemalt von Catlin

 Sie hatten Getreide für ihren unmittelbaren Bedarf und trieben regen Tauschhandel. Wie alle ihre Nachbarn waren sie in der Fleischversorgung vor allem vom Büffel abhängig.

Heute gibt es kaum noch einen Hinweis auf ihre einstige Größe - sechs dichtbewohnte Dörfer und Tausende von Kriegern. Inzwischen ist kaum mehr ein kräftiger Vollblut-Mandan übrig, lediglich ein paar schwache alte Männer und Frauen, die darüber klagen, daß sie nicht gestorben sind, bevor die Gegenwart mit ihrer Hoffnungslosigkeit über sie hereinbrach. Aber von eben diesen Greisen haben wir genügend erfahren, um das vergangene Leben nachzeichnen zu können. Noch ein paar Jahre, und das Wissen und die Erinnerungen dieser Alten werden mit ihnen verschwunden sein.

Verglichen mit den benachbarten Indianern, waren die Mandan kein kriegerischer Stamm. Sie kämpften meistens nur, um sich zu verteidigen, und nicht, um Beute zu machen. Sie waren mit Sicherheit ihren Feinden, den Sioux, nicht ebenbürtig und hatten es nur ihren gutgebauten Pfahlzunen zu verdanken, daß sie vor der Ausrottung bewahrt wurden. Als die Sioux den Missouri erreicht hatten, griffen sie die Mandan so häufig an, daß die Frauen beim Beeren- und Wurzelsammeln von den Männern beschützt werden mußten. Es war etwas ganz Alltägliches, daß Büffeljäger von kleinen Banden von Sioux angegriffen wurden. Nur zur Erntezeit, wenn ihre Feinde kamen, um ihre Waren gegen Mais zu tauschen, herrschte vorübergehende Waffenruhe.

Mais war das Haupterzeugnis der Mandan und wurde in großem Umfang angebaut. Die Felder bestanden aus kleinen Parzellen von reichem, angeschwemmtem Land, das von Bäumen und Büschen befreit war. Der Boden wurde mit einem hölzernen Setzholz bearbeitet und mit einer Hacke, für deren Klinge das Schulterblatt eines Büffels verwendet wurde. Der Garten jeder Familie war in drei bis sieben Beete mit jeweils sechs Reihen aufgeteilt. Ein Grundstück von etwa achtzig Metern Länge galt als sehr groß. Wie bei vielen Stämmen war die Bodenbearbeitung und das Pflanzen Frauenarbeit, während die Männer die Aufgabe hatten, nach Sioux und anderen Feinden Ausschau zu halten. Außer Mais wurden auch noch Bohnen, Kürbisse und Sonnenblumen in kleineren Mengen gezogen, was zusammen mit Mais und Büffelfett die sogenannte "Vierermischung" ergab, von der so oft in den Zeremonien und Mythen die Rede ist.

In der Mandan-Tradition gibt es keinen Hinweis auf eine Zeit, in der kein Mais angebaut wurde. In vielen Mythen spielt der Mais eine große Rolle, zum Beispiel in der Geschichte über den Wettstreit zwischen Kahonhe, Waving Corn, und der Sonne:

"Immer saß Waving Corn in ihrem Maisfeld, wo sie ein großes Gerüst aufgestellt hatte, auf dem sie lebte und ihren Mais bewachte. Die Sonne, die sich in sie verliebt hatte, kam herab und setzte sich neben sie. sagte sie. Waving Dorn wies die Sonne ab, aber am nächsten Tag kehrte die Sonne zurück und setzte sich wieder neben sie auf das Gerüst. Waving Corn wies sie erneut ab. Dreimal schickte sie die Sonne fort. sagte die Sonne ärgerlich. schrie Waving Corn. Daraufhin brannte die Sonne so heiß, daß der Mais verdorrte und zu Boden sank. Bei Einbruch der Dunkelheit ging Waving Corn über das Feld und überlegte, wie sie die Sonne besiegen könnte. Plötzlich richtete sich der Mais wieder auf und war so grün wie zuvor. Am Morgen bedeckte dichter Nebel die Erde, aber zu Mittag verschwand er, und die Sonne schien heiß auf das Land herab, und die Halme waren trocken und dürr. Am Abend aber, als Kahonhe durch das Feld schritt und die Pflanzen berührte, blühte der verdorrte und welke Mais wieder auf. Dies geschah viermal. Schließlich gab die Sonne auf. Und der Mais gedieh und wurde geerntet und gelagert".

 

Die Mandan

Die Mandan nannten sich selbst Numahkahke. In der Dakotasprache bedeutet Mandan Fasanenvolk. Sie gehörten der Sioux-Sprachfamilie an und waren ein hochkultivierter ackerbautreibender Volksstamm. Die Mandan lebteb am oberen Missouri in North Dakota.

Neben den Ackerbau gingen sie der Antilopen- und Bisonjagd

auf der Bisonjagd, gemalt von Bodmer

nach und ergänzten ihre Nahrung durch den Fischfang, für den zahlreiche Fischfanggeräte angefertigt wurden. Ein besonderer Leckerbissen war für die Mandan der Wels (Fischart).

Ihre Dörfer bauten sie an Steilufern des Missouri in der Nähe der heutigen Stadt Bismarck.

 

 Sie wohnten in kuppelförmigen Erdhütten, die auf der Landseite mit Erdwällen oder Holzzäunen befestigt waren. Das Hauptdorf

Mihtutta-Hangkush bestand aus 60 Erdhütten und war der Wohnsitz des bedeutenden Häuptling der Mandan - Mato Tope (= Vier Bären).

 

Mato Tope  -1834- gemalt von Carl Bodmer

Auf Büffelhäuten wurden die wichtigen geschichtlichen Ereignisse mit Hilfe der Bilderschrift aufgemalt. Für die Überquerung bzw. für Fahrten auf Flüssen und Seen wurden runde, aus Bisonhäuten gefertigte Boote, sogenannte Bullboote, verwendet.

 Aus Berichten von Pelzhändlern und Forschern waren die Mandan friedfertig, gastfreundlich, liebenswürdig und mitteilsam. Sie besaßen den reichsten Schatz an kulturellen Tänzen aller westlichen Stämme und hatten bemerkenswerte sakrale Gewänder. So begingen die jungen Burschen den Sonnentanz, durch den sie zum Krieger wurden, die Frauen vollführten den Tanz der Weißen-Büffel-Gesellschaft

Skalptanz der Frauen

(der weissen Büffelgesellschaft)

gemalt von Bodmer

die Bisongesellschaft den Büffeltanz und es gab noch viele andere rituale Tänze.

Bulldance bei en Mandan

gemalt vonCatlin

 An dieser Aufzählung ist zu erkennen, dass bei den Mandan verschiedene Ritualtänze von Männern und andere Tänze von Frauen ausgeführt wurden.

Die Krieger waren in Altersbünden organisiert und wechselten je nach Eignung von einer Gesellschaft in eine andere. Die Lagerpolizei wurde vom Altersbund der Schwarzmäuler gestellt. Krieger, die sich besonders auszeichneten, wurden zu Anführern der Bünde gewählt und trugen entsprechende Abzeichen zur Erkennung ihres Ranges. Andere Stämme übernahmen diese Kriegergesellschaften. Bevor Weiße in das Stammesgebiet der Mandanen eindrangen, wurden die Mandanen von der Cholera und Blattern (Poken) heimgesucht. Von den neun Dörfern, die um 1750 existierten, gab es Anfang des 19. Jahrhunderts nur noch zwei. Im Jahr 1837 wurden die letzten 1.600 Mandan erneut von einer Blatternepidemie ereilt, die sie fast ausrottete. Die letzten 100 bis 150 Überlebenden schlossen sich den Hidatsa an. Heute leben die Mandan in Montana und ihre Zahl stieg wieder auf 1.700 Personen
.

 

 

 Mandan

 

Schöpfungsgeschichte der Mandan

Numak-mahana,one

Numak-mahana, der Eine Mensch, trug das Fell eines grauen Wolfs. Seine Mokassins und sein Fußschmuck waren aus Kaninchenleder. Auf dem Rücken unter seinem Gewand trug er einen Stock, der über seinen Kopf ragte und mit Rabenfedern und einer Adlerfeder verziert war. In der Beuge seines linken Arms trug er eine Pfeife.

 Als er die Erde betrachtete, dachte One Man: "Das ist nicht gut! Der Boden ist nicht fest genug, um darauf zu gehen. Nirgends sehe ich etwas, nur mich selbst." Als er sich umdrehte, sah er seine Spuren und dachte: "Vielleicht entdecke ich, woher ich gekommen bin, wenn ich zurückgehe". Er ging also zurück und gelangte schließlich zu einem Haufen Unkraut. Gerade kletterte ein riesiger Grashüpfer einen Halm hinauf. One Man stand da, sah das Unkraut an und die Heuschrecke und dachte: "Ich möchte wissen, wer von euch beiden meine Mutter ist". Aber er sagte nichts. Dann drehte er sich um und eilte weiter. Nach einer Weile traf er einen anderen Mann namens Ki-numakshi, He Becomes Chief (Der Häuptling wird).

"Ho, Kleiner Bruder!" begrüßte er ihn. "Das ist das erste Mal, daß man mich Kleiner Bruder nennt", antwortete Ki-numakshi. "Ich glaube eher, daß man mich Großer Bruder nennen sollte". Es folgte eine Auseinandersetzung darüber, wer von beiden die Ehre haben sollte, der Große Bruder zu sein.

"Laß uns hier stehen bleiben", sagte Ki-numakshi. "Derjenige, der es länger aushält, soll der Große Bruder sein".

"Nein, mein kleiner Bruder", sprach Numak-mahana, "das wäre nicht fair, weil ich soviel stärker bin als du".

"Ich weiß, daß du stärker bist, aber wir werden es trotzdem so entscheiden", antwortete der andere.

Numak-mahana nahm also seinen Stock, holte dreimal aus und hieb ihn tief in die Erde. "Dieser Stock wird für mich stehen", sagte er.

Ki-numakshi schüttelte sich und verwandelte sich in einen geschmeidigen Kojoten von zierlicher Gestalt. Dieser drehte sich viermal um sich selbst, als wolle er sich ein Bett machen, und legte sich dann neben den Stock.

Numak-mahana ging fort, betrachtete nachdenklich die Erde und grübelte über deren unfertigen Zustand. Im Lauf der Zeit vergaß er Ki-numakshi ganz und gar, aber eines Tages sehnte er sich nach einem Gefährten, und da erinnerte er sich an ihn. Sein Herz wurde traurig, weil er sich nicht mit ihm angefreundet hatte. "Jetzt ist er tot" dachte er. "Aber es war nicht meine Schuld, denn er hat behauptet, der Große Bruder zu sein. Ich werde zurückgehen und nachsehen, was dort ist". Er fand lediglich einen Haufen weißer Knochen, die ihn an den Kojoten erinnerten, und sein Stab war halb verrottet. Er wanderte wieder durch die Welt. Nach langer Zeit kehrte er noch einmal an den Ort zurück. Diesmal war vom Kojoten keine Spur mehr zu sehen, aber an der Stelle, wo die Knochen gelegen hatten, war ein dunkler Teppich aus Gras gewachsen. Sein Stab war bis auf einen Stumpen weggerottet.

Er sagte traurig zu sich selbst: "Siehst du, du wolltest Großer Bruder sein, und jetzt bist du tot". Er zog den verrotteten Stab heraus, und dieser wurde so, wie er am Anfang gewesen war. Im selben Augenblick erschien ein geschmeidiger Kojote, der sich gleich darauf in einen Mann verwandelte.

"Jetzt siehst du, daß ich der Ältere bin", rief er und freute sich, daß Numak-mahana gezwungen war, ihm die Ehre zu gewähren, der Große Bruder zu sein.

Sie trennten sich. Nach langer Zeit trafen sie sich im Osten wieder, wo der weiche Sand vom Wasser Umspült wurde.

"Großer Bruder", sagte Numak-mahana, "laß uns diese Erde schön machen mit Flüssen, Seen, Quellen, Hügeln und Bäumen". "Ich hatte gerade denselben Gedanken. Das machen wir!", lautete die Antwort. Numak-mahana streckte also seinen Stab aus, und es entstand ein Fluß, der in das Große Wasser mündete. Dann sagte er: "Großer Bruder, du gehst diesen Fluß hinauf nach Norden, und ich gehe nach Süden, und wir wollen ein schönes Land schaffen". So wurde es unter ihnen aufgeteilt. Als sie mit ihrer Arbeit fertig waren, ging Numak-mahana los, um zu sehen, was Ki-numakshi getan hatte, aber die flache, glatte Oberfläche des Landes im Norden gefiel ihm nicht.

"Es ist genau so, wie ich es wollte", erklärte sein Erschaffer. "Es ist glatt, und man kann leicht darauf gehen". Dann kehrte er mit Numak-mahana in den Süden zurück und war sehr angetan von der abwechslungsreichen Landschaft, den Strömen und Seen, den grünen Hügeln und der weiten Prärie, die dieser geschaffen hatte. Sie trennten sich erneut. Unterwegs schaute Numak-mahana an sich herunter und dachte über seine Herkunft nach und warum er wohl die Pfeife und den Stab trug. Bald darauf kam er zu einem Büffelbullen, der auf dem Boden lag. "Warum bist du hier, Bruder?" fragte er. "Ich weiß nicht", war die Antwort. "Ich esse dieses Gras, aber ich weiß nicht, wer mich erschaffen hat. Was ist das, was du da trägst"? "Ich weiß nicht", erwiderte Numak-mahana. "Es hat ein Loch, aber nichts, was man hineintun könnte". "Ich werde dir etwas machen, was du hineintun kannst", sagte der Büffel. Daraufhin scharrte er eine kleine weiche Kuhle in die Erde. Dann schickte er Numak-mahana fort und trug ihm auf, erst dann wieder zurückzukommen. wenn er die Erde beben höre. Numak-mahana ging. Nach einiger Zeit hörte er die Erde beben und fühlte, wie sie unter seinen Füßen erzitterte. "Wozu ist das"? fragte er sich selbst. Er erinnerte sich, was ihm der Büffel gesagt hatte, und kehrte zurück. In der Kuhle sah er schöne Pflanzen in voller Blüte. Schmetterlinge ließen sich auf den Blüten nieder.

"Nimm eine Handvoll dieser Tabakblätter und Blüten", sagte der Büffel. Dann wälzte er sich auf dem Boden und hinterließ dort einen Teppich aus seinen Haaren. "Trockne die Blätter darauf!" forderte er ihn auf. Als der Tabak trocken war, fragte Numak-mahana: "Was soll ich damit machen"? Der Büffel schickte ihm einen Mann, dessen Körper rot angemalt war. "Hol einen trockenen Büffel-Fladen!" sagte der Mann. Numak-mahana brachte den Fladen und bekam Feuer von dem Mann, der Fire That Burns in the Ground hieß. Dann rauchten der Büffel und Numak-mahana zusammen eine Pfeife. Später wanderte Numak-mahana weiter, um herauszufinden, ob es noch andere gab, die so waren wie er. Als er keine fand, beschloß er, welche zu erschaffen, und zwar an dem Ort, an dem der Fluß in das große Wasser mündete. Dort nahm er aus jeder Seite seines Körpers die untere Rippe heraus und formte aus der rechten einen Mann und aus der linken eine Frau. Darauf verließ Numak-mahana die beiden eine Zeit lang, und als er zurückkehrte, fand er ein männliches und ein weibliches Kind. Sie waren ein Menschenpaar. Sie lebten zusammen und waren die ersten Mandan.

Numak-mahana ging fort, aber er versprach zurückzukommen. Es verstrich jedoch eine sehr, sehr lange Zeit, bis er es tat. Eines Tages saß ein Häuptling auf dem Dach seines Hauses und blickte über sein Dorf. Ein paar Jungen rutschten einen Hügel hinunter in eine Mulde. Ihnen folgte ein Büffelkalb. Am nächsten Tag war der Häuptling wieder auf dem Dach, als die Jungen vorbeikamen. Wieder bemerkte er das Büffelkalb, aber diesmal verwandelte es sich plötzlich in einen Jungen. Der Häuptling wußte, daß es sich um ein besonderes Wesen handelte, und bat ihn, in sein Haus zu kommen und mit ihm zu essen. Es gab Maissuppe und die Vierermischung - Mais, getrockneter Kürbis, Sonnenblumenkerne und Büffelfett. Der Junge aß alles auf, und der Häuptling dachte: "Das ist ein Büffel, der sich in einen Jungen verwandelt hat, denn Büffel lieben Mais." Der Häuptling bat den Jungen danach noch oft, ihn zu besuchen, und eines Tages erzählte ihm der wundersame Junge, daß große Büffelherden kommen würden. Nach und nach erkannten die Leute seine geheimnisvolle Kraft. Als er schließlich zu einem jungen Mann herangewachsen war, wurde bekannt, daß er Numak-mahana war.

Als er erwachsen war, erklärte Numak-mahana, er wolle fortgehen, da er lange mit ihnen gelebt, dasselbe Essen gegessen und dasselbe Wasser getrunken habe. Er habe gelacht, wenn sie gelacht hätten, und getrauert, wenn sie getrauert hätten. Wenn sie Nahrung bräuchten, sollten sie zur Schildkröte beten, dann würden ihnen Büffel geschickt werden. Wenn sie in Gefahr seien, sollten sie seinen Namen, One Man, rufen, und es würde Hilfe kommen. Und wenn das Volk der Mandan jemals auf nur noch ganz wenige Menschen zusammenschrumpfen würde, die gemeinsam sterben wollten, dann sollten sie die Schildkröten auf den Rücken legen, das Lied singen, das er ihnen jetzt beibringe, und einmal die Trommel schlagen. Mit diesen Worten ging Numak-mahana fort in den Süden.

Das Volk zog nun flußaufwärts und kam schließlich in die Nähe des Cannonball River. Eines Tages brachten sie die Schildkröten dorthin, um sie, wie es der Brauch war, zu schmücken. Drei wurden mit schwarzen Adlerfedern geschmückt, die vierte erhielt eine gefleckte Feder. Wütend vor Neid eilte die vierte Schildkröte hinunter zum Fluß, und obwohl viele versuchten, sie festzuhalten, waren sie nicht stark genug, um sie daran zu hindern, in der Tiefe des Wassers zu verschwinden. Aus Furcht vor den Folgen des Verlustes dieser heiligen Schildkröte riefen die Leute nach Numak-mahana. Er kam, und als er gehört hatte, was geschehen war, hielt er seinen Stab über das Wasser. Das Wasser wich zurück und die Schildkröte, die auf dem Grund lag, kam zum Vorschein. "Warum bist du von diesen Leuten fortgelaufen?" fragte Numak-mahana. "Sie haben den anderen Adlerfedern gegeben und mir nur eine Schneeammerfeder", antwortete die Schildkröte. Numak-mahana erklärte vergeblich, daß ihre Feder die eines gefleckten Adlers war und damit die beste. Aber die Schildkröte sagte: "Ich bin hetzt hier, und ich werde nicht zurückkommen." Nach dieser Begebenheit riefen die Leute Numak-mahana auch bei kleineren Problemen um Hilfe, und nachdem er sehr oft gekommen war, sagte er: "Wenn ich jetzt fortgehe, werde ich nicht wiederkommen. Aber wenn eine sanfte Brise aus dem Süden weht, dann wird das mein Geist sein."

Als die Leute danach von einem mächtigen Feind angegriffen wurden, versuchten viele Medizinmänner, Numak-mahana zurückzurufen, aber ohne Erfolg. Daraufhin errichteten sie einen großen Haufen aus Büffelhäuten und gaben einem alten Medizinmann die Haut eines weißen Büffelkalbes, die er um seinen Körper wickelte. So gewandet setzte er sich auf die Felle und sang: "Ich gehe! Ich werde wiederkommen! Ich bin gegangen! Ich bin wiedergekommen!" Dann warf er die Haut ab und war schweißgebadet, als sei er einen langen Weg gerannt. "Er kommt!" rief er. Die Leute blickten nach Süden und sahen Numak-mahana rennen, so wie er es immer tat, und das Sonnenlicht glitzerte auf seiner Haut. Und als er seinen blendenden Stab schwang, brachen die Feinde der Mandan an Ort und Stelle zusammen und lagen tot auf dem Boden. Das war das letzte Mal, daß man Numak-mahana jemals gesehen hat, aber es wird gesagt, daß er stets gegenwärtig ist in der Brise aus dem Süden, denn diese verscheucht den kalten Nordwind des Winters.

 

 

 Okipa, das Kultfest der Mandan

Junge Krieger mußten ein grausames Zeremoniell überstehen

Noch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts lebten in den Ebenen des Missouri die Mandan-Indianer. Sie bewohnten kuppelförmige Erdhäuser, betrieben Ackerbau und jagten in den Sommermonaten Büffel. Von Zeit zu Zeit hielten die Mandan ein großes Kultfest, das Okipa ab, das aus einzelnen Zeremonien bestand. Pubertätsriten gehörten ebenso dazu wie sonstige Einweihungsriten, schamanische Praktiken und eine dramatische Darstellung der Schöpfungsgeschichte. Ein erwachsenes männliches Mitglied des Stammes erhielt jeweils durch eine Vision den Auftrag, ein Okipa auszurichten. Er mußte wertvolle Geschenke bereithalten - mindestens 100 Gegenstände -, die er oft nur durch die Mithilfe seiner Verwandtschaft beschaffen konnte. Manchmal nahmen allein diese Vorbereitungen länger als ein Jahr in Anspruch.

Vor den Bisonjagten oder kurz danach fand das große Fest statt, das dem "Okipamacher" nicht nur beträchtliches soziales Ansehen verschaffte, sondern auch das Recht, an allen späteren Okipafesten unmittelbar teilzunehmen. Am festgesetzten Tag traf sich der ganze Stamm des Dorfes. Männer, die das Recht dazu ererbt oder gekauft hatten, führten bestimmte Riten durch. Die Gesänge hatten Texte in einer alten Sprache, die nur eingeweihte verstanden. Grausamer Höhepunkt des Festes war die Marterung. Der Okipamacher selbst und Mitglieder des Bisonbundes - einer der sechs Männerbünde der Mandan - hatten bereite mehrere Tage gefastet, kaum geschlafen und kaum Wasser getrunken.

Mutprobe

Nun ließen sie sich vom Medizinmann Holzspieße durch Brust- und Rückenmuskeln stoßen. An den Spießen wurden Riemen befestigt, die zu einem Balken im Dach des Zeremoniealhauses liefen. An diesen Riemen zog man die blutüberströmten Körper der tapferer Männer hoch. Um die Qualen noch zu vergrößern, befestigte man schwere Bisonschädel an ihren Füßen. Dann schwenkte man die Hängenden so lange im Kreis herum, bis sie das Bewußtsein verloren. Ihre Wunden ließ man später unbehandelt, denn das Okipa war auch ein Fest zu Ehren des "großen guten Geistes", des höchsten Gottes der Mandan, und ihm wollte man es überlassen, die Männer zu heilen. Beim Sonnenaufgang des vierten Tages endete das Okipafest. Niemand weiß, wie viele jungen Indianer an den Folgen dieser Tortur starben. Vielleicht hätte die Welt von den Okipafesten nie etwas erfahren, wenn nicht ein amerikanischer Maler namens George Catlin, der sich 1831 den Indianern anschloß, die grausamen Einzelheiten auf der Leinwand festgehalten hätte. Mut allein konnte die Mandan-Indianer jedoch nicht vor Feinden retten. In Jahre 1837 trat ein winzig kleiner Feind auf, gegen den sie machtlos waren: das von den Weißen eingeschleppte Pockenvirus. Von 1600 Mandan überlebten die Pocken nur etwa 150. Sie gingen in anderen Stämmen auf.

         

 

http://www.amerikanistik-verlag.de/1.htm

http://www.wolfskind.de/

http://www.beepworld3.de/members16/indianfree/link.htm



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 



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